Ko Lanta
Nach einer langen Autofahrt und 2 Mal Autofähre erreichten wir Ko Lanta. Hier waren wir auch bei unserer ersten gemeinsamen Thailandreise 2004 und hatten uns damals etwas in diese Insel verliebt. Schon etwas ernüchtert fuhren wir in den Süden. "Unseren" Strand mit den süssen Bungalows fanden wir nicht, war aber eh viel zu touristisch im Norden.
Es wurde immer später und wir schauten uns einige Bungalowanlagen an, konnten uns aber nicht mit gutem Gefühl für eine entscheiden: Zu teuer für das Gebotene, zu einfach ausgestattet, zu steil am Hang.
Als ich um 19.00 Uhr mit den Kindern mal am Strand essen ging fuhr Pascal im Dunkeln zu unserer letzten Hoffnung hin, die sich zum Glück als Volltreffer entpuppte. Ein hübsches Bambusbungalow im Thaistil steht uns für den 4-tägigen Strandurlaub zur Verfügung. Nicht am Strand direkt dafür bezahlbar. Die Strände auf Ko Lanta sind wirklich sehr schön, die Stimmung am Abend romantisch. Hier gibt es noch Tische und Stühle im Sand.
Es wurde immer heisser, 39 Grad (gefühlt 43 gemäss Wetterbericht). Zum Glück wehte auf Ko Lanta am Morgen immer ein Wind, der ein wenig Abkühlung brachte. Beim Schnorcheln entdeckten wir leider nicht viel, zu trüb das Wasser. Beim Sitzen in "unserem" Restaurant an der Strasse fiel einmal mehr auf, wie wahnsinnig viel mehr Touris es hatte als früher. Es wimmelte von Päärchen oder Singles auf Motorrädern, fast alle im Bikini/Männer oben ohne. Sie bildeten gegenüber den Thais die Mehrheit. In einem Dörfchen erkundeten wir uns nach Tauchmöglichkeiten. Ich weiss gar nicht, was mich mehr störte, die Frauen im Bikini oder die eine komplett verschleierte Frau. Ich glaube die Touristinnen. Die verschleierte Frau zog ihren Gesichtsschleier gleich ab als sie in den Tauchladen kam. Vielleicht bin ich auch einfach zu engstirnig für unsere globalisierte Welt und sollte das Reisen sein lassen.
Da wir im Khao Sok nicht wie ich Lisa versprochen hatte, Elefanten besuchten, machten wir dies hier. Ich handelte eine halbe Stunde Elefantentrekking für sie und mich aus. Als wir loszogen war mir dann doch etwas mulmig, so weit oben, der Mahout (Elefantenführer) nicht auf dem Kopf sondern zu Fuss, teils weit weg von uns, und konstant auf den Elefanten laut einredend. Kürzlich war in den Medien der Fall von einem Elefanten, der in Thailand Touristen abwarf, weil er schlecht behandelt wurde. Als der Mahout dann den Elefanten auch noch fest schlug, zumindest hörte es sich so an, und dieser als Protest trompetete, war ich mir sicher, dass ich es besser hätte bleiben lassen sollen. Aber Lisa hat es gefallen.
Als Pascal auf der Suche nach Walhaien tauchen ging, fuhr ich zum ersten Mal auch mit dem Auto. Ich erkundete die andere Seite der Insel, ass in einem hübschen Stelzenrestaurant zu Mittag und schaute zu, dass Leon nicht ins Wasser fiel. Leider war es zu heiss um noch gross herumzulaufen, so dass wir wieder in unser klimatisiertes Auto flüchteten. Auf dem Rückweg musste ich mich an den ganzen Touris auf den Rollern vorbeidrängen. Die Strasse war ziemlich kurvig und steil. Pascal hatte leider weder Mantas noch Walhaie gesichtet, anscheinend sei dies ein ganz schlechtes Jahr für Grosstiere. Dafür ist er leider wieder heftig seekrank geworden.
Am letzten Tag unternahmen wir an der südlichsten Bucht einen Schnorchelversuch. Es war kochend heiss, die Luft flimmerte über dem Sand. Erst sah ich nicht viel, aber je näher ich zu den Felsen schwomm, desto mehr Leben gab es. Ich wünschte mir zu meinem letzen Schnorcheltag etwas Spezielles, das ich noch nie gesehen hatte, und wurde reich belohnt (danke Universum): Eine wunderschöne, orange Qualle mit weissen Punkten und Fäden mit blau-weissen Böxchen direkt vor meiner Taucherbrille. Ich versuchte sie anzuschauen und schwamm ein wenig von ihr weg, im Kreis um sie herum, und sie verfolgte mich im Kreis.
WIr hielten es kaum mehr aus in der Hitze. Wie immer, wenn wir keine Klimaanlage hatten, schlief Leon schlecht. Lisa schien die Hitze nachts nichts auszumachen. Leons Hitzeausschlag kam auch wieder zurück.
Wir waren daher nicht nur traurig, als wir nach 4 Nächten wieder abreisten.
Kuala Lumpur
Der Flug verlief ruhig und angenehm, Leon schlief, und ich kam eigentlich erholt in KL an. Als ich dann aber mit dem ganzen Gepäck auf einem sperrigen Wagen sowie einem Buggy mit plötzlich schreiendem Leon drin versuchte, mal anzukommen und Geld zu wechseln, bekam ich Schweissausbrüche. Niemand half mir, die Leute waren, wie mir schon damals auffiel, viel weniger herzlich als in Thailand. Ich musste auf Edmond warten da er in einem Meeting war. Bis ich mich aber zum Burger King gekämpft hatte, etwas bestellt und hingesetzt hatte, Leon immer noch wie am Spiess schreiend, war er plötzlich da. Wie auf Knopfdruck hatte Leon aufgehört. Ev. hatte er Mühe mit den Ohren. Es war schön, Edmond wiederzusehen. Ich hatte ihn 2004 (auf einer anderen Malaysia-Thailand-Reise ohne Pascal) kennengelernt. Als er mich 2009 in Vietnam besuchte, lernte er meine Arbeitskollegin im Spital, Liem Anh, kennen. Jetzt leben sie zusammen und ich freute mich sehr, ihre 3-monatige Tochter kennenzulernen.
Ihre Wohnung befand sich im 14. Stock eines Vorort-Blocks. Mir fiel gleich auf wie grün in Malaysia alles war, überall Alleen und Blumen zwischen den Strassen. Das Viertel schaute nicht schlecht aus, war aber für die beiden nicht ideal, da hier auch die Mafia herrschte.
Edmond hatte extra die der Moschee abgewandte Seite des Block gewählt für seine Eigentumswohnung, kürzlich haben sie aber eine 2. Moschee auf seiner Seite gebaut, und so riefen die Muezzins um die Wette, von 5.30 Uhr an. Auch hier war die Islamisierung spürbar, die anscheinend seit den 80er Jahren vonstatten geht. Ich sah Bilder von Edmond (indische Abstammung aber in Malaysia geboren) in Schlaghosen vor einem Sportwagen in den 70ern (gleiches Bild habe ich von meinem Vater) und fragte, ob dann alle so rumliefen. Anscheinend war dies der Fall, auch die Frauen. Die Islamisierung begann gemäss ihm erst, als Khomeini vom Iran Prediger nach Malaysia schickte, dann begannen die Frauen sich ein Kopftuch anzuziehen. Sie fühlen sich beide nicht ganz wohl dort und träumen vom Auswandern, nach Australien, Borneo, Vietnam.
Die Nacht mit Leon war einmal mehr sehr streng da er x mal aufwachte, trotz Klimaanlage. Für meinen einzigen ganzen Tag dort strich Edmond das Mittagessen in den Petronas-Towern, einerseits weil ich die Towers schon von innen kannte und andererseits hatte er eine viel bessere Idee: In die Höhe nach Fraser Hill, dort sei es ganz kühl und es gäbe keine Touristen.
Ich war nach dem Frühstück bereit, loszufahren. Später, hiess es. Erst Mittagessen und Siesta. Edmond gab mir Unterricht im indisch Curry kochen. Er stand auf dem winzigen Balkon in den Innenhof wo sich der Herd befand (der Rest der Küche war in der Wohnung) und mischte Gewürze, erklärte mir die richtige Reihenfolge, damit das Curry seine Wirkung entfaltete und die Gewürze "very deep and spicey" in das Fleisch einziehen. Es war wie zaubern, magisch. Das Curry schmeckte sehr lecker und ich habe zum Glück alles aufgeschrieben.
Ich fragte wie lange wir denn nach Fraser Hill fahren und er meinte 1h. Ich wunderte mich trotzdem, dass wir erst 16.00 Uhr losfuhren. Die Fahrt zog sich hin, raus aus der Stadt, vorbei an einem Stausee, immer höher, bis wir in den Dschungel fuhren und eine einspurig befahrbare extrem kurvige Strecke. Liem Anh war sich das nicht gewohnt, ihr wurde schlecht. Die Babies machten aber gut mit. Nach 2.5h erreichten wir endlich die ehemels von den britischen Kolonialherren genutzte Residenz in den Bergen. Es war wunderschön und tatsächlich fröstelte ich bei 25 Grad.
Wir assen Scones und machten uns alsbald wieder auf den Heimweg. Wie Edmond nach 2.5h Hinweg jetzt erneut meinen konnte, dass der Weg nur 1h dauert, ist mir nicht ganz klar, jedenfalls liessen wir verschiedene noch von ihm geplante Aktivitäten weg und erreichten dann mit Take-away Essen im Gepäck nach 22.00 Uhr endlich die Wohnung. Leon war es zu spät zum essen, beide Kinder weinten, die Stimmung zwischen Edmond und Liem Anh war auch gekippt und ich war plötzlich zu müde zum schlafen.
Erschöpft reiste ich am nächsten Morgen wieder ab. Wir bedauerten trotzdem alle 3, dass wir nicht mehr Zeit miteinander hatten. Am Flughafen erzählte mir Liem Anh noch, wie sie einmal zu lange shoppte und den Flug verpasste, weil der Weg zu den Gates doch lange sei. Ich war schon knapp dran, das Gate war aber noch nicht offen gemäss Monitor und so kaufte ich ein Mitbringsel für Lisa und 2 Zierkissen für unser Haus. Dann kam nochmals ein Security Check, es herrschte ein Chaos mit den Passagieren und als ich dann endlich Richtung Gate lief war Final Call und Rennen angesagt. Das ganze Flugzeug war geboarded und wartete auf mich. Im Flieger bemerkte ich dann leider, dass ich in dem ganzen Trubel die Geschenktüte liegen gelassen hatte.
Glücklich zurück im herzlichen Thailand und bei meinen Lieben, fuhren wir in unser 5-Star-Luxushotel direkt am Fluss und genossen jeglichen Comfort.
Bangkok
Ich war so happy, wieder in meiner Lieblingsstadt zu sein. Wir schwammen im Garden Pool, in einem tropischen Garten direkt am Fluss. Das Nachtessen in einem der 4 Restaurants direkt am Fluss, mit einem erfrischenden Wind im Gesicht, war der krönende Abschluss.
Bangkok ist und bleibt meine Lieblingsstadt. So viel gibt es hier zu machen. So angenehm warm ist es nachts. An jeder Ecke kann man essen, von der Garküche bis zum Luxusrestaurants gibt es alles. Die Stadt ist einiges leiser geworden, dafür sind die öV überfüllter. Die lauten Tuk Tuks sind viel seltener geworden, dadurch ist auch die Luft einiges besser. Von unserem Hotelzimmer blickten wir direkt auf den Abschnitt des Fluss, an dem das alte Kolonialviertel lag (Begriff ist eigentlich falsch, da Thailand nie kolonialisiert war im Gegensatz zu allen umliegenden Ländern, aber die Botschaften sind noch da). Des weiteren auf modernste Hochhäuser, mitten drin wieder ganz einfache, schäbig wirkende Wohn- und Geschäftshäuser. Die Gegensätze finden sich hier alle auf engstem Raum.
Besonder bei Nacht ist der Blick auf die Stadt wunderschön. Mit Lichtlein beleuchtete Dschunken fuhren als Fähren neben lauten Discobooten auf dem Fluss. Nach 23h war kein Boot mehr zu sehen und der Fluss leuchtete schwarz. Eines Nachts hatten wir sogar das Glück, ich eben mit Kamera in der Hand, dass ein Feuerwerk im Fluss abgelassen wurde.
Wir hatten einen Privatpier mit Privat-Luxusbot und Teakholzboden, das uns zum Skytrain (Hochzug) fuhr. Von dort erkundeten wir mit dem heutzutage leider sehr gut gefühllten Skytrain eines der teureren und modernsten Einkaufszentren. Im Untergeschoss gab es dutzende edle Retaurants mit Küchen aus aller Welt. Wir assen ein Sushi und besuchten das integrierte Sea Life, ein Auquarium, auch wieder wahnsinnig teuer. Ein Highlight war, dass die Kinder auf Papier einen Fisch ausmalen konnten, der dann zuerst animiert wurde in einer Box und anschliessend auf einer riesigen Leinwand in 3D herumschwamm, zusammen mit allen anderen Fischen.
Wie sich später am Abend herausstellte hat sich Pascal beim einzigen Sushi-Stückchen, das wir nicht geteilt haben, eine Lebensmittelvergiftung eingefangen und verbrachte eine sehr strenge Nacht.
Nachdem er sich am Morgen ein wenig erholt hatte, zog ich mit der mittlerweile auch in Bangkok eingetroffenen Nicole los zum Weekend Market, einem der grösssten Märkte in Südostasien mit über 15'000 Ständen. Ich kenne den Markt seit vielen Jahren und war schon voller Vorfreude, wenigstens hier, wo v.a. auch Thais einkaufen, handeln zu können - hier wo ich das handeln gelernt und perfektioniert hatte. Leider starb auch meine letzte Hoffnung, es liess sich auch hier kaum mehr handeln. Selbst mit meinem mittlerweile recht guten Handel-Thai-Kenntnissen kam ich nicht viel weiter. Es liess sich auch feststellen, dass sich hier, wie auch sonst an den Hot Spots, mittlerweile sehr viele Touristen aus dem asiatischen Raum fanden: China, Malaysia, Indien, Thais selbst - ein Novum in Thailand.
Am letzten Tag Ausflug mit dem leider ebenfalls überfüllten Wassertaxiboot zur berühmt-berüchtigten Khao San Road. Wer den Film "The Beach" gesehen hatte, weiss wovon ich schreibe. Ob es immer noch solche Absteigen gibt wie damals ist nicht zu erkennen von aussen. Auch hier - Handeln z.T. unerwünscht. Sonst ist die Gegend auch berühmt für ihre vielfältigen Angebote an Kunstwerk aus dem ganzen Land, speziell von den Bergvölkern, so z.B. Lackwaren, Seidenprodukte, Taschen, Tücher, Holzwaren etc.. Davon findet man weder hier noch am Weekend Market kaum noch etwas, überall dafür dieselben Hosen und T-Shirts. Noch ein Stück Thai-Kultur das verloren ging. Was wohl aus dem ganzen Kunsthandwerk und den Leuten, die solches herstellen, geworden ist?
Die Thais in Bangkok, wovon sehr viele nicht ursprünglich von hier sind, sind sehr nett zu unseren Kindern und zeigen angesichts der Millionenstadt mit Millionen von Touristen jedes Jahr eine grosse Herzlichkeit. Nicht alle natürlich. Leider hat Lisa für die ganzen Rufe, Kniffe, das Gewinke kaum mehr ein müdes Lächeln übrig, sie will einfach in Ruhe gelassen werden.
Nach der Hitze kühlen wir uns am Pool ab wo ich die letzten Worte schreibe und werden heute noch für den morgigen Heimflug packen.
Es war schön, wieder in unserem geliebten Thailand zu sein und interessant, neue Orte zu entdecken, Veränderungen festzustellen. Für uns persönlich war es auch etwas des-illusionierend, dass die Preise so stark gestiegen, das Land westlicher, die Kultur weniger authentisch geworden ist/sind. Nach allen Erlebnissen freuen wir uns auf den Frühling in der Schweiz und auf Euch alle und Lisa erzählt schon ganz aufgeregt von Ostern!
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